Bemerkenswert

Mallorca mit Kindern – Tipps für eine gelungene Reise

Mallorca mit Kindern? Niemals. Ein Zimmer in einem riesigen Hotelbunker am überfüllten Strand war nie meine Vorstellung von einem schönen Familienurlaub. Außerdem sind die Preise auf Mallorca so in die Höhe gegangen, dass man sich ein schönes kleines Hotel als Familie kaum mehr leisten kann. Hier zeige ich euch, wie ihr Mallorca dennoch bereisen könnt, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen und zu dem noch Land und Leuten kennenlernt.

Warum Mallorca?

Mallorca ist mehr als nur Ballermann! Besonders der Norden und die Westküste sind wunderschön und abwechslungsreich. Einsame Buchten, hohe Gebirge, ursprüngliche Dörfer warten darauf entdeckt zu werden.

IMG-20160930-WA0002 (2)
Cala Sant Vicenc

Welche Reisezeit ist am besten?

Mallorca kann das ganze Jahr über bereist werden. Wenn man allerdings baden möchte und mit kleinen Kindern unterwegs ist, würde ich euch den Spätsommer empfehlen. Mitte September bis Mitte Oktober sind die Temperaturen sehr angenehm und das Meer warm. Außerdem entgeht man den Touristenmassen und findet immer einen Platz am Strand.

Hotel oder Finca?

Finca Mallorca2
Unsere Finca mit Pool

Fincas sind doch viel zu teuer und man muss sich auch noch selbst versorgen! Das war mein erster Gedanke, als ich mich mit einer Reise nach Mallorca beschäftigt habe. Also fing ich an nach schönen familiären Hotels zu suchen. Schnell habe ich festgestellt, dass es kaum einen Unterschied macht, ob Hotel oder Finca und die Finca hatte sogar mehr Vorteile. Hier zähle ich euch ein paar auf:

  • Größe

Die Finca hat ein (meist) großes eingezäuntes Grundstück, so dass die Kinder morgens gleich hinaus können und nicht in einem 30qm kleinem Zimmer warten müssen, bis man zum Frühstück geht. Abends kann man auf der Terrasse entspannen oder schwimmen, während die Kinder in ihren Betten schlafen.

Mallorca finca
Eingang mit überdachter Terrasse
Finca Mallorca
Blick von der Terrasse aus auf das Tramuntana-Gebirge – unbezahlbar!
  • Keine festen Essenszeiten

Man ist nicht auf die Essenszeiten des Hotels angewiesen, sondern kann dann etwas kochen, wenn die Kinder Hunger haben. Ist man unterwegs, kann man in lokalen Restaurants speisen und die mallorquinische Küche kennenlernen.

Finca Mallorca5
unser Grill kam oft zum Einsatz
  • Mit Auto sieht man mehr vom Land

Wenn man auf eigene Faust reist, ist ein Auto notwendig, alleine um vom Flughafen bis zur Unterkunft zu gelangen.  Mit Auto ist man zudem viel mobiler und entdeckt Orte und Plätze, die man als Pauschaltourist nicht finden würde.

  • Lage

Die meisten Fincas liegen etwas abseits, so dass man direkten Kontakt zu Einheimischen hat und das wahre Mallorca kennenlernt.

Wann buchen?

Wer einen günstigen Flug möchte, sollte bereits im Dezember für das folgende Jahr buchen. Die Preise variieren dann zwischen 150€ und 280€ pro Person. Schöne Fincas kann man auch 2-3 Monate vor der Abreise finden, wenn man nicht in der Hauptsaison reist. Einen Mietwagen bekommt man für etwa 300€ für 14 Tage.

Fazit: Unser Urlaub war um etwa 1000€ günstiger als ein all inclusive Hotel!

Was genau euch im Norden Mallorcas erwartet, lest ihr hier.

 

 

 

Saaremaa – Windmühlen, Wacholder und heilende Quellen

Eigentlich wollten wir als letzten Stopp auf die Insel Hiiuma, aber weil wir auf Saaremaa eine Möglichkeit zum Couchsurfen hatten, haben wir uns umentschieden. Von Tallinn aus geht die Fähre über die kleine Insel Muhu innerhalb 25 Minuten nach Saaremaa. Um zu unserer Unterkunft zu kommen, mussten wir einmal quer durch die ganze Insel bis ins Dorf Leedri, etwa 30km nordwestlich von Kuressaare, fahren. In Leedri, einem Dorf mit 68 Einwohnern, angekommen, wurden wir am verabredeten Ort abgeholt. Als erstes haben wir gelernt, dass es hier keine Straßennamen gibt, sondern jedes Grundstück und jeder Hof einen eigenen Namen hat. Keine Chance also mit Navi weiterzukommen. Nachdem wir unser Quartier bezogen haben, haben wir uns gleich auf den Weg gemacht die Insel zu erkunden. Unsere estnische Gastgeberin hat uns begleitet und uns die schönen und unentdeckten Ecken von Nordwest-Saaremaa zu zeigen.

Saaremaa

Sie führte uns an Orte und Plätze, die abseits von Touristenrouten (wenn es solche überhaupt in Saaremaa gibt) liegen und so besuchten wir kleine Fischerdörfer und lernten viel über die Geschichte Estlands.

DSC02796
Odalätsi Brunnen

Ein ganz besonderer Ort war eine Quelle im Wald. Hier sprudelt das Wasser aus der Erde und wird nach und nach zu einem Fluss. Der Legende nach wird man ewig jung bleiben, wenn man von ihrem Wasser trinkt und sich mit ihrem (sehr kalten!) Wasser wäscht. Wir haben uns natürlich sofort die Schuhe ausgezogen und sind einmal quer durch den Bach gestampft. Es war herrlich! Ein natürliches Kneippbecken mitten in der unberührten Natur.

Saaremaa4
Panga – hier geht es rund 20 Meter steil bergab

Weiter ging es dann Richtung Nordküste, wo uns Panga, eine steile Küste mit einer gigantische Aussicht erwarteten. Man kann die Felsen hinunterklettern, was wir aber aufgrund unseres Babys nicht konnten. Wir genossen einfach die Aussicht und die frische Brise. Es war himmlisch still und wirklich magisch. Ich habe kein anderes Land zuvor bereist, das so eine Ruhe ausstrahlt und so wenig bereist wird, denn auch hier waren wir wieder die einzigen Menschen.

Anschließend fuhren wir Richtung Osten zu einer deutschen Familie, die sich hier niedergelassen hat und nun Senf in allen möglichen Geschmacksrichtungen herstellt. Wir haben einen Pfeffer- und Heidelbeersenf gekauft und sind nach einem kurzen Gespräch weitergefahren.

Saaremaa Windmühle Mann
Der Windmühlen-Mann

Plötzlich sahen wir auf der rechten Straßenseite zwei alte Windmühlen, die wie ein estnisches Ehepaar aussahen. Wir ließen es uns nicht nehmen, ein Foto zu machen.

DSC02799
Die Windmühlen-Frau im estnischen Folklore Outfit

Zum Schluss sind wir zum Wahrzeichen Saaremaas gefahren, den Windmühlen in Angla. Der Eintritt kostet 3,50€ pro Person (Kinder 1,50€). Alle Mühlen können besichtigt werden und in einer kann man sogar einem Mühler bei der Arbeit zu sehen. Für Kinder sicherlich sehr spannend!

Saaremaa5 (2)Zurück in Leedri führte uns unsere Estin zu einer Familie, die sich auf Wacholdersirup spezialisiert hat. Der Wacholder wächst fast überall in Estland, doch ist besonders auf Saaremaa verbreitet. Der Sirup ist das estnische Pendant zum Ahornsirup und kann zum Süßen anstelle von Honig oder Zucker verwendet werden.

cof

Die Nacht verbrachten wir im Gartenhäuschen, das liebevoll eingerichtet war. Ich habe aber die ganze Nacht kein Auge zugetan, weil es keine Fensterläden gab und es kaum dunkel wurde. Daher entschlossen wir uns für die kommenden zwei Nächte in ein Hotel in Kuressaare zu gehen. Mit unserer mittlerweile zur Freundin gewordenen Estin verabredeten wir uns am nächsten Tag und so führte sie uns auch durch Kuressaare.

Saaremaa7
Bei diesem Ausblick konnte man das Frühstück sehr genießen.

Kuressaare ist ein wunderschönes kleines, sehr gepflegtes Städtchen mit vielen Cafes und Restaurants, Marktständen und der großen Bischofsburg. Unser Hotel lag direkt am Burggraben, so dass wir beim Frühstück (das übrigens grandios war!) schon die schöne Aussicht genießen konnten. Die Burg ist sehr gut erhalten und der Eintritt lohnt sich wirklich. (Erwachsene 6€, Kinder 3€)

Kuressaare

Bischofsburg Kuressaare

DSC02823

Tipp: Dereku Burger direkt am Markt. Alles frisch zubereitet und lecker!

Auf dem Rückweg aufs Festland haben wir noch einen letzten Halt gemacht und uns den Kaali-Krater angeschaut. Hier hat vor ungefähr 7500 Jahren ein Meteorit eingeschlagen und den Krater hinterlassen. Er hat, obwohl er von oben ziemlich klein wirkt, einen Durchmesser von 110m und schimmert grünlich. Der Eintritt ist kostenlos.

Kaali Krater
Kaali-Krater

Unsere estnische Freundin ist leider letztes Jahr mit knapp 30 Jahren verstorben. Ihr widme ich diesen Blogartikel. Liebe Janne, du hast uns deine Heimat gezeigt, wie du sie mit deinen Augen gesehen hast. Vielen Dank dafür! Saaremaa und du werdet immer in unseren Herzen bleiben!

Mystisches Estland Teil 2 – Lahemaa Nationalpark

Vihula Manor

Nachdem wir die Hauptstadt Estlands zu Fuß und per Rad erkundet haben, haben wir uns auf den Weg Richtung Westen gemacht. Etwa 80 km von Tallinn entfernt findet man den Lahemaa Nationalpark. Hier haben wir die wunderschöne Unterkunft Vihula Manor gebucht, einen restaurierten deutschbaltischen Herrensitz aus dem 16. Jahrhundert mit mehreren Gutshäusern, einer Mühle, einer Ökofarm, einem Spielplatz und Spa. Von dort aus war es nur ein Katzensprung zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten des Nationalparks.

Vihula Manor2
Das Gelände des Vihula Manor
Findlinge Käsmu
Findlinge bei Käsmu

Charakteristisch für Lahemaa sind Findlinge, riesige Steine, die überall an der Küste zu finden sind. Im kleinen Örtchen Käsmu beispielsweise beginnen mehrere Wanderwege, die an den Steinen vorbeiführen.

Vosu Strand

Das Dorf Võsu mit seinem wunderschönen feinen 1,5km langen Sandstrand, eins ein Erholungsort des russischen Adels, ist heute ein beliebtes Ausflugsziel der Esten. Das seichte Wasser ist warm und ideal für Kinder. Der umliegende Wald bietet außerdem genug Schatten für alle, denn die Sonne kann auch hier im Norden sehr stark sein.

Altja Wanderweg

Vom Fischerdorf Altja führt ein herrlicher Wanderweg entlang des Strandes und zurück durch den Wald. Hier kann man gleich am Ortseingang links parken und geradeaus Richtung Strand laufen, dann kommt man direkt auf den Wanderweg. Auch hier waren wir alleine unterwegs und konnten die absoulte Stille genießen.

Altja Strand 5
Wandern entlang der Ostsee
Wanderweg Altja
Wanderweg in Altja
Altja
Das Fischerdorf Altja – wie aus einem Bilderbuch

Nach unserer Wanderung sind wir im Altja Kõrts eingekehrt, einem sehr leckeren urigen Restaurant gegenüber des Parkplatzes am Ortseingang.  Hier kann man den Tag schön ausklingen lassen.

 

Mystisches Estland Teil 1 – Tallinn

Als unsere Tochter 9 Monate alt war, stand der erste Monat Elternzeit für meinen Mann an. Für uns stand schnell fest, dass wir in den Norden wollen, am besten dort hin, wo es wenig Touristen gibt. Mir schwirrte schon länger Estland im Kopf herum und nachdem ich den Reisebericht von Christina von der Reisemeisterei gelesen habe, gab es für mich nur noch dieses Reiseziel. Also habe ich uns eine Rundreise mit vier Stopps  zusammengestellt und nach Unterkünften geschaut. Man kann in Estland verhältnismäßig günstig sehr schicke Hotels bekommen, so dass ich zwei schöne Hotels und eine Herberge gebucht habe. Auf der Insel Saaremaa haben wir Couchsurfing gemacht. Später mehr dazu.

Tallin_Stadtmauer2

Unser Flug ging von Frankfurt nach Tallinn, wo wir uns für 10 Tage einen Mietwagen geliehen haben. Unser Hotel in Tallinn war 5 min von der Altstadt entfernt, so dass wir, nachdem wir unser Zimmer bezogen haben, direkt die Altstadt besichtigen konnten.

DSC02568

Wenn man durch das Tor die Altstadt betritt, weiß man gar nicht wo man als erstes hinschauen soll, da es überall wunderschöne Gebäude gibt, die in allen Farben erstrahlen. An jeder Ecke gibt es kleine Cafes, Restaurant und Läden, in denen man stöbern kann.

DSC02567
Die Drei Schwestern – ein Gebäudekomplex aus dem 14.Jahrhundert

Man kann getrost einen ganzen Tag in der mittelalterlichen Altstadt verbringen, ohne dass einem langweilig wird.

Tallin_Stadtmauer

Am nächsten Tag wollten wir uns den Rest von Tallinn ansehen und haben uns zwei Räder samt Anhänger für unsere Kleine ausgeliehen. Mit einer Karte in der Hand radelten wir los in Richtung Pirita Strand, dem größten Badestrand Tallinns. Der Fahrradweg ging praktisch parallel zum Meer und bot immer wieder einen Ausblick auf die Fähren und das Wasser. Es war kaum jemand unterwegs und ich war fasziniert von der Atmosphäre, die schwer in Worte zu fassen ist. Auf der einen Seite fühlte ich mich wie im Süden am Meer und auf der anderen Seite, wenn ein alter Trabi an mir vorbeituckerte, wie zurückversetzt in die Zeit der russischen Besatzung.

DSC02607

DSC02603
Fahrradweg Richtung Strand

Auf etwa halbem Weg fanden wir nach langer Suche den Friedhof der Denkmäler: ausrangierte Lenin- und Stalin-Statuen hinter dem Geschichtsmuseum „Maarjamäe Loss“, die frei zugänglich waren. Wir sind das ganze Gelände abgelaufen, bis wir schließlich hinter das Museum schauten und sie dort entdeckten. Mir war ganz mulmig zumute, da außer uns keine Menschenseele auf dem gesamten Museumsgelände war und ich ständig das Gefühl hatte, etwas verbotenes zu tun.

Friedhof der Denkmäler1
Lenin-Statue auf dem Friedhof der Denkmäler

Friedhof der Denkmäler 2

Nachdem wir uns alles angeschaut haben, sind wir weiter Richtung Strand gefahren. Am fast menschenleeren Strand angekommen, packten wir unsere Decken und unser Picknick aus. Wir genossen die Stille und die Weite des Meeres. Der Strand war ein Traum für Eltern und Kind. Das Wasser, wie fast überall in Estland, sehr flach und der feine Sandstrand sehr breit.

Tallin Strand
Stadtstrand von Tallinn

 

 

 

 

Fernsehturm Stuttgart – auch für die ganz Kleinen ein Abenteuer

IMG_20170701_134746

Am Samstag sind wir nach Stuttgart zum Fernsehturm gefahren. Da alles sehr spontan war, hatten wir keine Zeit nach einem guten Restaurant zu suchen. Wir kamen also gegen Mittag auf dem Parkplatz vor dem Fernsehturm an und schauten uns erst einmal um. In der Nähe fanden wir das Gazi-Stadion der Stuttgarter Kickers und dahinter das Trainingsgelände der SV Eintracht 1896 Stuttgart. Als Fußballfan musste mein Mann natürlich sofort alles inspizieren und entdeckte dabei die Sportgaststätte der Eintracht mit ansprechender Speisekarte. Wir also hin und waren positiv überrascht. Das Essen war sehr lecker und die Preise absolut fair. Außerdem war der Gastgeber, ein Grieche, mehr als freundlich und sehr aufgeschlossen. Ein kleiner Geheimtipp!

IMG_20170701_130145

Nach dem Essen haben wir uns auf den Weg zum Fernsehturm gemacht. Der Eintritt ist mit 7€ pro Person (Kinder bis 5 Jahre frei) nicht ganz billig aber der Aufstieg lohnt sich. Die Aussicht von oben ist grandios und auch unsere Kinder waren fasziniert, wie klein alles von oben aussieht und wie weit man sehen kann. Wer Höhenangst hat, sollte den Aufstieg lieber meiden. Ich habe es nur ein paar Minuten ausgehalten und musste mit wackeligen Knien wieder runter.

Gegenüber vom Eingang befindet sich ein kleiner Spielplatz und der angrenzende Wald lässt sich mit Kinderwagen und Laufrad wunderbar erkunden. Man kann hier einen schönen ruhigen Nachmittag verbringen.

Tipp: Im Juli bietet der Fernsehturm verschiedene Veranstaltungen für Groß und Klein an, wie z.B. einen Besuch von Äffle und Pferdle.